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Projektbericht · Wohnheim Beetzendorf

Eine Wärmepumpe für 186 Räume

Für die Caritas entsteht in Beetzendorf das Wohnheim Friedrich Lorenz für Menschen mit Behinderung. Beheizt wird der gesamte Neubau von einer einzigen Luft-Wasser-Wärmepumpe — ohne Kessel, ohne fossile Reserve. Wir verantworten Heizung, Lüftung und Sanitär.

ATEC-Großwärmepumpe auf ihrem Fundament, dahinter der Rohbau des Wohnheims mit Gerüst
Oktober 2026: Die Wärmepumpe steht auf ihrem Fundament — dahinter das Wohnheim im Rohbau.
2.800 m²
Fußbodenheizung
15 km
Heizrohr verlegt
296
einzeln geregelte Heizkreise
5.000 l
Pufferspeicher
186
Räume

Eine Maschine statt Kesselhaus

Bei Gebäuden dieser Größe war lange ein Gaskessel gesetzt, oft mit einer Wärmepumpe als Ergänzung. In Beetzendorf gibt es keine fossile Rückfallebene: Eine Großwärmepumpe vom norddeutschen Hersteller ATEC versorgt das gesamte Gebäude: Die eHEAT 160 liefert 127 kW Heizleistung bei 2 °C Außentemperatur und 35 °C Vorlauf. Die Anlage ist monoenergetisch ausgelegt — die Wärmepumpe deckt den Bedarf, ein 30-kW-Heizstab und zwei Heizpatronen springen nur an den kältesten Tagen ein. Das trägt allerdings nur, wenn alles dahinter stimmt.

15 Kilometer Rohr: warum die Fläche entscheidet

Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je niedriger die Vorlauftemperatur ist. Deshalb liegt in Beetzendorf auf 2.800 Quadratmetern Fußbodenheizung — rund 15.000 Meter Heizrohr, rechnerisch etwa 19 Zentimeter Verlegeabstand. Die große Fläche gibt die Wärme bei niedriger Temperatur ab. Nur dort, wo sich ein Raum nicht über den Boden abdecken lässt, ergänzen 12 Heizkörper das System.

296 Heizkreise, jeder einzeln geregelt

In einem Wohnheim haben die Räume völlig verschiedene Lastprofile: Bewohnerzimmer, Pflegebäder, Gemeinschaftsflächen, Büros. Jeder der 296 Heizkreise hat deshalb einen eigenen Stellantrieb, verteilt auf 39 Heizkreisverteiler. Einzelraumregelung ist hier kein Komfortmerkmal, sondern Voraussetzung für einen sauberen Betrieb. 36 Strangregulierventile sorgen für den hydraulischen Abgleich — jeder Raum bekommt genau die Wärme, die er braucht.

5.000 Liter Puffer: Ruhe für den Verdichter

Fünf Pufferspeicher à 1.000 Liter entkoppeln Erzeugung und Verbrauch. Die Wärmepumpe läuft dadurch in langen, gleichmäßigen Zyklen, statt ständig an- und auszuschalten. Das hält die Effizienz hoch und schont den Verdichter — das teuerste Bauteil der Anlage.

Leise, wo Menschen schlafen

Vier Ventilatoren bewegen bis zu 22.400 Kubikmeter Luft pro Stunde — bei einem Wohnheim mit Schlafräumen ist Schall deshalb kein Nebenthema. Die Wärmepumpe erhält eine eigene Schallhaube aus Aluminium mit Schallwänden und Schallgittern, rund 2,6 Meter hoch und 3,6 × 3,6 Meter in der Grundfläche. Sie senkt den Schall laut Hersteller um bis zu 18 dB(A) — das menschliche Ohr empfindet bereits 10 dB weniger etwa als halb so laut. Für Wartung und Service lassen sich die Gitter einfach herausnehmen.

Warmwasser mit eigenem Booster

Für die Trinkwassererwärmung arbeitet ein eigener kleiner Booster-Wärmepumpenkreis. Er hebt das Warmwasser auf hygienisch sichere Temperatur, ohne dass die gesamte Heizung mit höherer Vorlauftemperatur fahren muss. Gerade in einer Pflegeeinrichtung ist das ein zentraler Punkt.

Wärmepumpe auf Betonfundament, im Vordergrund die Rohrdurchführungen der erdverlegten Trasse
Fundament und Trasse: Vorne die Durchführungen der erdverlegten Leitung zum Gebäude.
Hinter den Kulissen

Was man nicht sieht

✓130 Meter erdverlegte Trasse DN 80 zwischen Wärmepumpe und Gebäude, gegen drückendes Wasser abgedichtet
✓Rund 740 Meter Stahlrohr in der Verteilung — praktisch vollständig gedämmt
✓Heizungswasseraufbereitung mit Enthärtung und Leitfähigkeitsmessung, Magnetit- und Schlammabscheider
✓Anbindung an die Gebäudeleittechnik über Modbus
✓Dezentrale Lüftung mit 76 Ventilatoreinsätzen, Hygiene-Erstinspektion nach VDI 6022

Von der Baustelle

Die Großwärmepumpe frei auf dem Baufeld, Herbstlandschaft der Altmark im Hintergrund
Rund 2,3 × 2,1 Meter Grundfläche — eine Maschine für das ganze Haus.
Fassade des Wohnheim-Neubaus mit Gerüst
Das Wohnheim im Oktober 2026 — innen laufen die Arbeiten an der Haustechnik.
Projektstand

Wir halten diesen Bericht aktuell

  1. Oktober 2026 — Wärmepumpe auf dem Fundament gesetzt, Trasse zum Gebäude verlegt. Haustechnik im Innenausbau.
  2. Als Nächstes — Montage der Schallhaube, Fußbodenheizung und Verteilung, danach die Inbetriebnahme. Wir ergänzen hier die nächsten Meilensteine.

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